Dreame V40: Der Akkusauger, der seinen eigenen Staub zusammenpresst
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Auf der IFA 2026 in Berlin hat Dreame mit dem V40 einen Akkusauger gezeigt, dessen interessantestes Feature man beim Saugen gar nicht bemerkt: Das Gerät streift den Schmutz automatisch vom Filter ab und presst ihn im Behälter zusammen. Damit greift Dreame ein Ärgernis an, über das bei Akkusaugern selten jemand spricht – und das trotzdem jeder kennt.

Automatische Staubabstreifung und Verdichtung
Der Staubbehälter eines Akkusaugers ist klein, und er ist schneller voll, als die Literangabe vermuten lässt. Der Grund ist nicht die Menge, sondern die Struktur: Haare, Fusseln und Teppichflusen bauen ein lockeres, luftiges Knäuel auf, das den Behälter füllt, ohne viel zu wiegen. Dazu setzt sich Feinstaub am Filter fest und kostet Saugleistung, lange bevor der Behälter tatsächlich voll ist.
Der V40 geht beide Punkte mit einer Mechanik an. Sie streift den Schmutz automatisch ab und verdichtet ihn anschließend im Behälter. Das Ergebnis soll ein Gerät sein, das man deutlich seltener anfassen muss – weniger Entleerungen, weniger Filterklopfen, weniger von der Handarbeit, die den Komfortgewinn eines Akkusaugers sonst wieder auffrisst.
Das Prinzip ist im Grunde von Saugrobotern mit Absaugstation abgeschaut, nur ohne Station: Statt den Schmutz irgendwohin auszulagern, schafft der V40 einfach mehr nutzbaren Platz im vorhandenen Behälter. Für ein Handgerät ist das der pragmatischere Weg, weil eine zusätzliche Station Stellfläche und Geld kostet.

350 Airwatt: mehr Leistung, aber kein Sprung
Bei der Saugleistung nennt Dreame bis zu 350 Airwatt und verspricht, dass diese Leistung über die Laufzeit hinweg konstant bleibt statt gegen Ende abzufallen. Die Laufzeit gibt der Hersteller mit maximal 90 Minuten an – ein Wert, der wie üblich für die niedrigste Stufe gilt.
Zur Einordnung: Der V30 aus dem Vorjahr lag bereits bei 330 Airwatt. Die 20 Airwatt Zuwachs sind auf dem Datenblatt hübsch, in der Praxis aber kaum die Geschichte dieses Geräts. Wer vom V30 aufrüstet, tut das wegen der Behältermechanik, nicht wegen der Saugleistung.
Wie sich der V30 im direkten Vergleich mit dem V20 Pro schlägt, zeigen wir in unserem Testvideo.
BeamDetect TangleCut OmniX: Grünlicht und Klinge
Die Bodenbürste vereint drei Dinge, die Dreame einzeln schon im Portfolio hatte. TangleCut zerschneidet aufgewickelte Haare mit einer beweglichen Klinge, bevor sie sich dauerhaft um die Walze legen.
Dazu kommt eine breit ausgelegte Grünlicht-Beleuchtung, die feinen Staub auf harten Böden sichtbar macht. Grünes Licht funktioniert dafür besser als weißes, weil der Kontrast zwischen Partikel und Boden im grünen Spektrum stärker ausfällt. Der praktische Nutzen ist bekannt und real – man saugt gründlicher, weil man sieht, was noch liegt.
Der dritte Teil ist die automatische Luftstromanpassung, die den Sauger auf die jeweilige Oberfläche einstellen soll – inklusive hochfloriger Teppiche, an denen sich Bürstenwalzen sonst festsaugen.

Knickbares Saugrohr in vier Stufen
Unter dem Sofa endet bei Akkusaugern traditionell die Reichweite. Der V40 übernimmt deshalb die Lösung, die Dreame seit dem V20 einsetzt: ein Saugrohr, das sich um 90 Grad abwinkeln und zusätzlich in vier Stufen in der Länge verstellen lässt.
Das Prinzip funktioniert – man schiebt die Bürste flach unter das Möbelstück, während man selbst aufrecht stehen bleibt. Wie stabil das Gelenk bei einem Gerät bleibt, das mit 350 Airwatt an der Bürste zieht, gehört allerdings zu den Punkten, die man nur über längere Zeit beurteilen kann.
Einordnung: Zwei sehr unterschiedliche V40
Wichtig für die Orientierung: Dreame hat auf der IFA gleich zwei Geräte mit V40 im Namen gezeigt. Neben diesem Modell stand die V40 Aqua Station am Stand – ein deutlich aufwendigeres System mit Wet/Dry-Station, ausfahrenden Fächern für Wassertank und Zubehör sowie einer wandelbaren OmniFlex-Bürste. Wer nach dem V40 sucht, sollte also genau hinsehen, welches Gerät gemeint ist.
Der V40 ohne Station ist das bodenständigere Angebot: kein neues Systemkonzept, sondern ein konsequent weiterentwickelter klassischer Akkusauger. Im Wettbewerbsumfeld ist die automatische Verdichtung derzeit das Argument, das die Konkurrenz so nicht auf dem Datenblatt stehen hat.

Preis und Marktstart
Zu Preis und Verfügbarkeit hat Dreame bislang nichts genannt. Angesichts der Ausstattung dürfte der V40 oberhalb des V30 eingeordnet werden. Sobald wir ein Testgerät bekommen, liefern wir die Antworten nach.
Fazit und offene Fragen
Der V40 ist kein Gerät, das eine neue Kategorie aufmacht. Er nimmt ein Alltagsärgernis ernst, das die Branche bisher weitgehend ignoriert hat, und das ist auf einer Messe voller Superlative fast schon erfrischend.
Die offenen Fragen liegen alle bei derselben Mechanik: Wie stark verdichtet der V40 tatsächlich, und wie viele Entleerungen spart das im Alltag wirklich? Was passiert beim Entleeren mit einem zusammengepressten Klumpen aus Haaren und Staub – löst der sich sauber, oder muss man doch wieder hineinfassen? Wie viel Gewicht und Bauraum kostet die Mechanik im Handgerät? Und nicht zuletzt: Was kostet der Spaß, und wann kommt er?
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