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Daniela

Dreame T16 Ultra Heat: Der Wischsauger, der den Mopp zur Wand ausschwenkt

Auf der IFA 2026 in Berlin hat Dreame einen Wischsauger gezeigt, der ein Detail mitbringt, das wir bisher nur von Saugrobotern kannten: Der T16 Ultra Heat schwenkt an der rechten Seite ein zusätzliches Wischpad nach außen, um an Wand und Fußleiste heranzukommen. An einem Handgerät haben wir das so noch nicht gesehen.

Der Dreame T16 Ultra Heat auf der IFA 2026: flaches Gehäuse, Heißwasser-Walze – und ein Kantenmodul, das seitlich ausfährt.

EdgeHunter: Ein zweiter Mopp nur für die Kante

Wischsauger haben seit Jahren dasselbe Problem, und es sitzt immer an derselben Stelle: am Rand. Die Wischwalze reicht bis zum Gehäuserand, das Gehäuse braucht aber Platz für Lager, Antrieb und Wasserführung. Ein paar Millimeter zur Fußleiste bleiben deshalb fast immer stehen. Die Hersteller lösen das bislang über breitere Walzen, versetzte Bürsten oder eine offene Gehäuseseite – alles Kompromisse an derselben Baustelle.

Dreame geht einen anderen Weg. Der T16 Ultra Heat bekommt mit EdgeHunter ein eigenes kleines Flex-Wischpad, das rechts aus dem Gehäuse ausschwenkt – laut Dreame um bis zu 30 Millimeter. Es soll der Kante automatisch folgen, sich an Wände und Fußleisten anlegen und dabei tiefer in Übergänge und Spalten reichen, als es die durchgehende Walze kann.

Interessant ist dabei weniger die Zahl als das Prinzip: Statt die Walze zu optimieren, ergänzt Dreame sie um ein zweites, unabhängig bewegliches Bauteil, das genau eine Aufgabe hat. Wer den Vergleich sucht: Bei Saugrobotern heißt dasselbe Prinzip seit dem L20 Ultra MopExtend. Was dort seit drei Jahren Standard im Premiumsegment ist, kommt jetzt zum ersten Mal ans Handgerät.

Das Highlight sitzt rechts an der Unterseite: Ein kleines Flex-Wischpad schwenkt aus dem Gehäuse und folgt der Kante.

Flach genug für die Möbelunterkante

Das zweite Argument des T16 Ultra Heat ist seine Bauhöhe. Mit 9,85 Zentimetern soll der Bürstenkopf unter Küchenzeilen, Sideboards und Sofas passen – also genau dort, wo sich Staub und Krümel typischerweise sammeln und wo man den Sauger sonst um das Möbelstück herumfährt statt darunter.

In Kombination mit dem ausschwenkbaren Kantenmodul ergibt das ein klares Profil: Der T16 Ultra Heat ist auf die Ränder des Raums ausgelegt, nicht nur auf die freie Fläche. Die Fläche können inzwischen alle.

WhaleSweep 2.0: 17 Millimeter Walzenanhebung für groben Schmutz

Der KI-Roboterarm WhaleSweep ist bei Dreame nicht neu, wurde für den T16 Ultra Heat aber überarbeitet. Er hebt sich jetzt um bis zu 17 Millimeter an und soll damit auch größere Brocken aufnehmen, die eine Walze sonst vor sich herschiebt: Katzenstreu, Trockenfutter, gröberer Küchenschmutz. Unterstützt wird er von 30.000 Pa Saugleistung.

Die Gummilippe an der Front lässt sich absenken, um Schmutz gezielt zur Walze zu führen.

100 °C am Boden, 110 °C in der Station

Bei der Temperatur legt Dreame nach – und zwar an beiden Enden. Am Boden arbeitet eine dauerhaft beheizte Walze mit 100 °C heißem Wasser, das Fett lösen und das Antrocknen von Ölrückständen verhindern soll. Die 30.000 Pa ziehen das Schmutzwasser direkt wieder ab.

Nach dem Einsatz übernimmt die Station: Sie spült die Walze mit 100 °C heißem Wasser, während diese in beide Richtungen rotiert. Anschließend trocknet sie mit bis zu 95 °C heißer Luft und einer mit 110 °C angegebenen Iron-Drying-Funktion – laut Dreame bei 45 dBA. Dazu kommt der TangleCut-2.0-Schaber, der Haare gar nicht erst aufwickeln lassen soll.

Die 100 °C sind dabei mehr als eine Zahl fürs Datenblatt. Der im Juli gestartete T16 Pro Heat arbeitet mit 90 °C, viele Konkurrenten liegen bei 80 bis 85 °C. Ob die zehn Grad in der Praxis einen sichtbaren Unterschied machen oder ob die Reinigungsleistung ohnehin eher an Anpressdruck und Walzenmaterial hängt, muss ein Test zeigen.

Beim Schieben hilft außerdem GlideWheel, Dreames Antriebsunterstützung. Bei einem Gerät, das zusätzliche Mechanik im Kopf trägt, ist das kein reines Komfortfeature.

Einordnung: Wo steht der T16 Ultra Heat?

Dreame hat auf der IFA 2026 gleich eine ganze Wischsauger-Familie gezeigt – vom T12 Pro bis zum T16 Pro Steam mit 200 °C Dampf. Der T16 Ultra Heat steht daneben etwas quer: Er ist nicht das Dampfmodell und nicht das Einstiegsgerät, sondern derjenige, der die Kantenreinigung neu angeht.

Genau das macht ihn aus unserer Sicht zum interessantesten Gerät der Reihe. Saugleistung, Heißwasser und Selbstreinigung sind im Premiumsegment inzwischen austauschbar – Roborock, Ecovacs und Mova liefern das ebenfalls. Ein zweiter, aktiv ausschwenkender Mopp ist dagegen ein echtes Unterscheidungsmerkmal. Er ist zugleich das Bauteil mit dem höchsten Risiko: mehr Mechanik im Nassbereich, mehr bewegliche Teile, mehr Stellen, an denen sich Haare und Schmutz sammeln können.

Preis und Marktstart

Zu Preis und Verfügbarkeit hat Dreame bislang nichts gesagt. Zur Einordnung: Der T16 Pro Heat liegt bei einer UVP von 629 Euro, der T16 Pro Steam bei 649 Euro. Der Ultra Heat dürfte sich in einem ähnlichen Preissegment bewegen. Sobald wir ein Testgerät bekommen, liefern wir die Antworten nach.

Fazit und offene Fragen

Der Dreame T16 Ultra Heat ist auf dem Papier kein Gerät, das eine einzelne Zahl nach oben schraubt, sondern eines, das eine bekannte Schwachstelle konstruktiv angeht. Das ausschwenkbare Kantenmodul ist die eigenständigste Idee, die wir dieses Jahr an einem Wischsauger gesehen haben.

Offen bleibt, was sich nur im Alltag zeigt: Wie sauber arbeitet das kleine Pad tatsächlich an der Fußleiste – und wie schnell verschmutzt es, wenn es dauerhaft im Randbereich unterwegs ist? Wird es in der Station mitgereinigt oder wird es zum Handwäsche-Teil? Wie zuverlässig erkennt die Automatik, wann sie ausschwenken soll? Wie viel Gewicht bringt die Zusatzmechanik in den Kopf? Und nicht zuletzt: Was kostet der Spaß, und wann kommt er?

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