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Daniela

Dreame A4 AWD Pro: Der Schwenkarm soll die Rasenkante endgültig erledigen

Auf der IFA 2026 in Berlin hat Dreame den Nachfolger unseres bisherigen Test-Flaggschiffs vorgestellt: den A4 AWD Pro. Zusätzlich zu den zwei Mähscheiben auf der Unterseite besitzt der Mähroboter einen ausklappbaren Arm mit einer weiteren Mähscheibe. Diese kann seitlich aus dem Gehäuse geschwenkt werden, damit der Roboter besonders nah bis an Rasenkanten mähen kann.

Der Dreame A4 AWD Pro auf der IFA 2026: grob profilierte Antriebsräder, LiDAR-Turm auf der Oberseite und mehrere außen liegende Sensormodule.

EdgeMaster 4.0: Nicht verschieben, ausschwenken

Der Rand ist bei Mährobotern der wunde Punkt, und er ist es seit Jahren. Zwischen Schneidscheibe und Gehäusekante liegen konstruktionsbedingt ein paar Zentimeter, an Mauern, Zäunen und Beetkanten bleibt entsprechend ein Grasstreifen stehen. Wer sauber arbeiten will, geht danach trotzdem mit dem Trimmer los.

Der A3 AWD Pro hatte dafür bereits ein verschiebbares Mähwerk und kam damit auf rund drei bis vier Zentimeter heran – gut, aber eben nicht null. EdgeMaster 4.0 löst das Problem anders: Die Schneidscheibe sitzt jetzt auf einem beweglichen Schwenkarm, der über das Gehäuse hinausfährt, sobald sich der Roboter einer Begrenzung nähert. Seitliche Sensoren führen den Arm dabei an Wand, Zaun oder Beetkante entlang.

Dreame bewirbt das als echten 0-cm-Kantenschnitt. Auch rechtwinklige Ecken, die die meisten Mähroboter bis heute auslassen, sollen mitgenommen werden, und an geschwungenen Rasenkanten soll der Arm der Linie dynamisch folgen. Gerade verwinkelte Gärten hätten davon am meisten.

Die Einschränkung liefert der Hersteller gleich mit: Ein Sicherheitsabstand zu Hindernissen und Wänden bleibt trotzdem gewahrt. Wie sich das mit einer 0-cm-Angabe verträgt, ist genau die Frage, die ein Test beantworten muss. Rotierende Klingen, die über die Gehäusekante hinausragen, sind zudem ein Bauteil, bei dem uns Robustheit und Sicherheitsabschaltung mindestens so sehr interessieren wie die Schnittqualität.

Das Kernstück des A4 AWD Pro: Der Schwenkarm fährt die Mähscheibe seitlich über das Gehäuse hinaus.

OmniSense 4.0: Alles gleichzeitig statt entweder-oder

Bei der Navigation geht Dreame den Weg, den die Marke schon beim Vorgänger eingeschlagen hat, nur konsequenter. Wo andere Hersteller sich zwischen Satellitennavigation, Kamera oder LiDAR entscheiden, kombiniert OmniSense 4.0 die Verfahren: ein 360-Grad-3D-LiDAR für die Kartierung, RTK für die zentimetergenaue Positionierung auf offener Fläche und binokulare KI-Kameras für die Hinderniserkennung. Für Randbereiche kommen zusätzliche Sensoren dazu, die den Schwenkarm führen.

Der Vorteil des Mehrfachansatzes ist derselbe wie beim A3: Fällt ein Verfahren aus – Satellitenschatten unter Bäumen, schlechte Sicht bei Dämmerung –, übernehmen die anderen.

Allrad, Steigung und Hindernisse

Am Antriebskonzept ändert sich das Grundprinzip nicht: Vier einzeln angetriebene Radnabenmotoren machen den A4 AWD Pro zum Allradler. Dreame nennt für die neue Serie Steigungen von bis zu 42 Grad, also 90 Prozent, und Hindernisse bis 7 Zentimeter Höhe.

Das sind Werte für Grundstücke, an denen normale Mähroboter kapitulieren – Hanglagen, Böschungen, Wurzeln und Wegkanten. Im Test des A3 AWD Pro war genau das die Stärke, die das Gerät von der Konkurrenz abgesetzt hat, und daran ändert sich offensichtlich nichts.

Neu ist ein Detail am Fahrwerk: Dreame ersetzt die bisherigen omnidirektionalen Vorderräder durch schwenkbare, servogesteuerte Stützrollen. Das soll engere Wendemanöver und weichere Kurven erlauben und dabei die Grasnarbe schonen. Wer schon einmal die typischen Wendespuren eines schweren Mähroboters im feuchten Rasen gesehen hat, weiß, warum das kein Nebenthema ist.

Die beiden vorderen Stützrollen lassen sich schwenken und werden per Servo aktiv eingelenkt.

Mähwerk: 40 Zentimeter auf zwei Scheiben

Geschnitten wird über ein Doppelscheiben-Mähwerk mit 40 Zentimetern Arbeitsbreite, die Schnitthöhe lässt sich zwischen 2,5 und 9,5 Zentimetern einstellen. Die 40 Zentimeter sind für die anvisierten Flächengrößen ein sinnvoller Wert – mehr Breite bedeutet weniger Bahnen, und bei mehreren tausend Quadratmetern zählt jede eingesparte Fahrt.

Einordnung: Der Kantenarm ist 2027 kein Alleinstellungsmerkmal mehr

Dreame ist mit der Idee nicht allein. Auf derselben Messe haben einige Hersteller praktisch dasselbe Konzept gezeigt. Der ausfahrbare Kantenarm ist damit der Trend der Saison – so wie es bei Saugrobotern vor zwei Jahren der ausschwenkbare Wischarm war.

Dreames Argument ist deshalb weniger der Arm selbst als die Kombination: Kantenarm plus echter Allradantrieb plus Sensor-Vollausstattung. Für flache Standardgärten ist das deutlich zu viel Gerät. Für Hanglagen mit verwinkelten Rändern gibt es dagegen wenig Vergleichbares.

Preis und Marktstart

Die A4-AWD-Pro-Serie soll im ersten Halbjahr 2027 auf den Markt kommen, geplant sind Varianten für 3.500 und 5.000 Quadratmeter. Einen offiziellen Preis hat Dreame bislang noch nicht genannt. Zum Vergleich: Der A3 AWD Pro startete je nach Modell mit einer UVP von 2.599 bis 2.999 Euro. Für die neue Generation rechnen wir daher mit einem ähnlichen Preisniveau – möglicherweise sogar etwas darüber.

Wer nicht bis 2027 warten will, fährt mit dem Vorgänger deshalb weiterhin gut. Was der A3 AWD Pro im Garten leistet und wo er an seine Grenzen kommt, zeigen wir in unserem Test:

Fazit und offene Fragen

Der A4 AWD Pro greift genau den Punkt an, der uns beim A3 AWD Pro am meisten gestört hat. Der Rest des Pakets – Allrad, Sensorik, Bauqualität – war schon beim Vorgänger sehr gut und wird hier weiter ausgebaut. Auf dem Papier ist das der konsequente nächste Schritt.

Offen bleibt das Übliche, und zwar bis zum Test im Garten: Wie sauber schneidet der Arm an unebenen Kanten wirklich? Wie zuverlässig erkennt die Sensorik, wann sie ausschwenken darf – und wie schnell zieht sie den Arm zurück, wenn ein Kind oder eine Katze am Rand auftaucht? Wie empfindlich ist die zusätzliche Mechanik gegenüber Steinen und Wurzeln? Und rechtfertigt der Kantenschnitt am Ende den Aufpreis gegenüber dem Vorgänger?

Bis Sommer 2027 haben wir Zeit, das herauszufinden. Sobald ein Testgerät bei uns steht, liefern wir die Antworten nach.

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